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Zukunftsthema: Digitalisierung Deutschlands

Digitalisierung | WiredScore on October 10, 2017

Die Einrichtung eines Bundesdigitalministeriums würde die Mehrheit der Deutschen begrüßen, das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von YouGov im Auftrag des eco – Verband der Internetwirtschaft. Denn seit mehr als fünf Jahren spricht die Bundesregierung unter dem Stichwort Digitale Agenda von der Digitalisierung Deutschlands. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland, laut dem Innovationsindikator 2017, in Sachen Digitalisierung allerdings hinter anderen Ländern in Europa. Wie viel ist in Sachen Digitalisierung in Deutschland tatsächlich noch Wunschdenken?

Die Digitale Agenda war ein wichtiges Signal der Politik. Doch um die Digitalisierung voranzutreiben braucht es mehr als nur Signale. Als Beispiel sind hier Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur zu nennen. Die Digitale Agenda verspricht eine flächendeckende Breitbandversorgung mit einer Downloadgeschwindigkeit von mind. 50 Mbits/s bis 2018, wofür sich vor allem der deutsche Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, einsetzt. Allerdings, wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, mit mäßigem Erfolg.

So geht der für die deutsche Wirtschaft elementare Glasfaserausbau aktuell nur schleppend voran. In den flächendeckenden Ausbau wird zu wenig investiert und der Einsatz von Vectoring verlangsamt den konsequenten Glasfaserausbau. Breitbandanschlüsse sind zwar bei 37 Prozent der Deutschen vorhanden, allerdings handelt es sich hierbei hauptsächlich um ADSL und VDSL Anschlüsse sowie Kabel-TV. Glasfaseranschlüsse sind allerdings kaum vorhanden.

Grundsätzlich herrscht bei glasfasergestützten Anschlüssen eine erhebliche Unterversorgung. Deutschland schneidet in verschiedenen Statistiken über die Breitbandversorgung in Europa mit am schlechtesten ab. Zudem räumten die an der Zielsetzung beteiligten Parteien ein, dass das Ziel des flächendeckenden Breitbandausbaus mit einer Downloadgeschwindigkeit von 50 Mbits/s zu niedrig angesetzt wurde. Denn auch mit dieser Geschwindigkeit stößt man heute schnell an Grenzen. Hier muss in Gigabit gerechnet werden und das angestrebte Ziel von 50 Mbits/s um den Faktor 20 auf 1 Gbit/s erhöht werden. Diese Geschwindigkeiten sind mit den vorwiegend verlegten Koaxial- und Kupferleitungen nur bedingt zu erreichen.

Ein weiterer Grund für das langsame Voranschreiten des Glasfaserausbaus ist der nur stückweise Austausch von Glasfaserleitungen. Ein Großteil der Verkabelungen wird aus wirtschaftlichen Gründen durch günstigere Kupferanschlüsse ersetzt. Das Hauptziel der digitalen Agenda: „Schnelles Internet für alle. Überall.“ wird demnach nur in kleinen Schritten umgesetzt.

Die Verantwortung für digitale Themen sind aktuell auf das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, da Bundesministerium des Inneren sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verteilt. Als ein wichtiger Schritt sollten in Zukunft die Verantwortlichkeiten bei einem Ministerium gebündelt werden, um die Digitalisierung Deutschlands voranzutreiben. "Wir brauchen ein Bundesdigitalministerium, das unsere Digital-Kompetenz in einem Haus und einer Verantwortung bündelt", sagt Alexander Dobrindt auf dem Digitalgipfel in Ludwigshafen.

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