PropTech-Boom auch in Deutschland auf dem Vormarsch

proptech | WiredScore on November 09, 2017

Auch in Deutschland steigt die Anzahl der PropTech-Unternehmen stetig und die Wahrnehmung von Technologie- und Digitalunternehmen mit immobilienwirtschaftlichem Bezug wird zunehmend gestärkt. Doch was steckt eigentlich hinter dem neuen Begriff PropTech?

Was ist PropTech?

Wie in so vielen Bereichen finden auch hier zunehmend Technologien Verbreitung, die neue Geschäftsideen ermöglichen oder bestehende Prozesse erleichtern. Während Begriffe wie „FinTech“ oder „MedTech“ längst in aller Munde sind, hat den Begriff „PropTech“, kurz für Property Technology, hierzulande noch kaum jemand gehört. Er beschreibt den Einsatz moderner Technologien in der Immobilienbranche. Der Markt wächst rasant: Venture Scanner zählt aktuell 1.258 PropTech-Unternehmen in 61 Ländern. Insgesamt haben diese 28 Milliarden US-Dollar an Investitionen eingesammelt.

Digitale Technologien bergen vielfältiges Potenzial für die Branche. Neue Möglichkeiten ergeben sich bereits beim Bau neuer Gebäude, wo etwa Virtual Reality bei der Visualisierung von Entwürfen hilft. In der Immobilienverwaltung kommen zunehmend Technologien zum Einsatz, die Transaktionen zwischen Mieter und Vermieter automatisieren, und im Facility Management helfen Predictive-Maintenance-Lösungen, die Notwendigkeit manueller Inspektionen zu reduzieren. Die größten Veränderungen hat PropTech bislang bei der Immobiliensuche und -vermittlung gebracht. Langzeit-Vermietungen und auch Immobilien-Käufe können heute fast vollständig über digitale Plattformen abgewickelt werden.

PropTech in Deutschland

Immobilienportale wie Immowelt und ImmobilienScout24 gehörten zu den ersten deutschen PropTech-Unternehmen. Die simple Idee, Immobilienanbieter und Immobiliensuchende über das Internet zusammenzuführen, revolutionierte damals den Markt. Eine aktuelle Studie der University of Oxford fasst diese Geschäftsmodelle unter der Bezeichnung „PropTech 1.0“ zusammen. Gegenwärtig sorgt „PropTech 2.0“ für Aufsehen: Die Business-Pläne der Startups drehen sich zum Beispiel um Themen wie Coworking und Smart Buildings. Anbieter wie WeWork ermöglichen heute, mit mehr als 100 Büroflächen weltweit, Kurzzeit-Vermietungen und Coworking-Konzepte auch in Deutschland. Außerdem vernetzen Organisationen wie die German PropTech Initiative (gpti) die immobilienwirtschaftlichen Gründer digitaler Geschäftsmodelle im deutschsprachigen Raum und schaffen eine gebündelte Darstellung der PropTechs gegenüber den Etablierten der Immobilienwirtschaft. In Zukunft könnten im Rahmen von „PropTech 3.0“ digitale Technologien wie Blockchain oder Künstliche Intelligenz an Relevanz gewinnen – und die gesamte Branche auf den Kopf stellen.

Damit solche Innovationen in Deutschland umgesetzt werden können, ist jedoch noch Nachholarbeit zu leisten. Denn international stehen die deutschen PropTech-Startups nicht besonders gut da: Im Vergleich zu ihrer Konkurrenz aus dem Ausland fehlt es ihnen schlicht an Kapital. Obwohl der Immobilienmarkt boomt, haben hierzulande erst wenige Investoren das Potenzial von PropTech erkannt. Allein 75 Prozent des Investitionskapitals entfielen bislang auf die USA und China, Europa kommt lediglich auf vier Prozent – und drei Viertel davon fließen in das Vereinigte Königreich, vor allem in die europäische PropTech-Hauptstadt London.

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